Die Bürgerschaft hat gestern
(am Mi. 6.06.2026) beschlossen, dass
neue Öffnungszeiten geprüft werden sollen.
Angeblich hat sich das Publikum verändert.
Die Nachtschwärmer machen nicht mehr durch
wie früher, um sich den Kater mit Fisch zu vertreiben.
Ich kenne den Fischmarkt seit meiner Kindheit.
Er hat sich tatsächlich verändert.
. Die Händler aus der Umgebung finde ich kaum noch.
Wenn aber die Bauern nicht mehr zum Fischmarkt kommen,
bleiben auch deren Kunden weg.
Berni hat dazu seine ganz eigene Meinung:



Auf´m Fischmarkt bin ich zuhause seit ich 15 war.
Dazu gehört: Früh aufstehen, … natürlich Fisch in allen Variationen,
Obst, Gemüse, Marktschreier, manchmal Schietwetter, Kaffeeduft,
Bier und Schnaps, und Schnapsleichen…
Aale-Dieter, Bananen-Fred, Käse aus Holland und Blumen, sowie
die unvermeidlichen Touris, die sich Schrott andrehen lassen;
… sowohl auch die immer-wieder-kehrende Durchsage:
„ACHTUNG – Taschendiebe unterwegs !“
Und nun kommen da so ein paar feine Pinkel in Grün / Rot und wollen alles verändern.
Mit ihren Diäten, die über dem liegen, was man als Kleinhändler verdient, wollen sie jetzt:
Soft-Fischmarkt für Langschläfer. Später anfangen – Später aufhören.
Eh, Jungs und Mädels von der Bürgerschaft: „Wollt ihr EUCH hier hinstellen ? ? ?
Kein Problem !
„Ich kenne ein paar Leute hier, die verschaffen EUCH gern einen Sonntags-Job.“
Wer hier arbeitet, steht bisher um 3 Uhr auf.
Dann wird aufgebaut, Standgebühr bezahlt und gewartet auf die Kundschaft.
Bei Gongschlag um 9:30 Uhr ist noch lange nicht Schluss !
Dann wird abgebaut und bei Glück geht es gegen 12 Uhr ins wohlverdiente Wochenende.
Und für EUCH noch mal zum Mitschreiben:
Da stehen keine Möchte-gern-Händler, sondern jene, die unter der Woche
auch auf unseren Wochenmärkten sind !
Das sind die, die in der Woche Fisch räuchern, Salate zubereiten,
Obst, Gemüse und Kräuter ernten und die seit Jahrzehnten zusätzlich
zum Fischmarkt gehen, weil es Tradition ist.
Wir reden hier nicht über die Höker, die Billigware aus Billigland verhökern.
Wir reden über unsere Lebensmittelproduzenten in Hamburg und der Metropol-Region.
. Und die sollen nun wegen der Touris nicht mehr
. zu Oma und Opa zum Kaffee trinken kommen können ?
Unsere heimische Land- Obst- und Fischwirtschaft braucht Nachwuchs;
der findet sich ja schon jetzt kaum in vielen Familien.
Wenn das viele Wähler verstehen und EUCH entsorgt haben,
könnt ihr EUCH gern um einen Job bewerben.
Und versprochen: Ich schaue mir gern EURE müden Gesichter an,
wenn ihr am Nachmittag auf´m Fischmarkt eure Matjes-
und Bismarck-Brötchen an ein paar Touris anbietet, die nicht wissen,
wie ein frisches Fischbrötchen in Hamburg „am frühen Morgen“ schmeckt.
Is´doch wahr. – „Das musste mal gesagt werden.“


Berni meckert – Fischmarkt – als pdf-Datei
Heute, am 11.05.2026 habe ich alle Fraktionen und den fraktionslosen Abgeordneten mit folgendem Text angeschrieben:
Moin zusammen,
bei unserem letzten Stammtisch haben sich einige aufgeregt über „die da oben“. Eingeflossen ist das in unseren „Berni meckert“ – Aufreger der Woche, den ich in der Anlage beifüge.
Eigentlich müsste ich dem nichts hinzu fügen.
Inzwischen habe ich mit etlichen Hamburgern gesprochen. Tenor ungefähr: „Fischmarkt? Da war ich schon mehr als 10 Jahre nicht mehr. Ist doch schon lange nicht mehr unser Fischmarkt. Meine Händler gibt es gar nicht mehr. Nur noch Schrott für die Touris.“
Ihr solltet im Sinn behalten, dass es die Hamburger Bürger sind, denen ihr das Mandat verdankt, vorausgesetzt, sie gehen überhaupt noch wählen. Die Touris sind es nicht!
Und nein, wir sind ganz bestimmt nicht politik-verdrossen. Die aktuelle Politik ist beim Stammtisch immer ein Thema.
Einige gehen sogar zur Wahl – und machen den Stimmzettel ungültig, um ihren Unmut auszudrücken.
Mit geänderten Öffnungszeiten verändert ihr den Charakter des Fischmarkts und macht ihn beliebig. Er würde noch schlechter als jeder Wochenmarkt oder Flohmarkt.
Wir wollen das nicht. Und die Marktbeschicker? Habt ihr sie gefragt?
Hummel Hummel
Ricarda
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