Heuchel-Feiertag Reformationstag

Bei Einführung dieses Feiertages wurde erklärt,
er sei NICHT als religiöser Feiertag gedacht.
Gefeiert werden solle dieser Tag eher als Tag für Reformationen.

Schaut man sich aber heute die Berichte der Medien an,
dann feiern sie genau das, den evangelischen Feiertag !
Dabei verschweigen sie, dass Luther ein Juden-Hasser war.
Wie verträgt sich das mit den Bemühungen der letzten Tage,
die Juden besser zu schützen vor Rechtsextremen?
Wobei ich die Gefahr durch den Islam kaum erwähnt finde.

Ich habe mich mit dem Bürgertum Hamburgs beschäftigt und bin auf eine Abhandlung gestoßen, die zeigt, wie sehr sich die Bürger und der Senat gegen die Sozen gewehrt haben. Eine Voraussetzung für Bürgerrechte war es, Lutheraner zu sein.

Seite 37:

Bei Bürgerschaftswahlen dagegen blieben die Sozialdemokraten erfolglos.
Diese mussten es
bleiben, denn kaum ein Arbeiter konnte das Bürgerrecht erwerben.
1877, als sich die SPD
erstmals an den Bürgerschaftswahlen beteiligte,
erhielt sie nur 317 von 12 263 Stimmen, obwohl
sie bei den Reichstagswahlen
schon 40 % erreicht hatte !
Im Reich galt Hamburg als
Hochburg der Arbeiterbewegung,
und in seinem eigenen Parlament saß kein einziger Sozialdemokrat.
Deutlicher kann der Erfolg des hamburgischen Wahlrechts kaum gezeigt
werden.
Für die Bürgerschafts-Fraktionen war es ein Bollwerk gegen die rote Flut.

Seite 40:

700 bis 800 Hamburger leisteten wöchentlich den Bürger-Eid,
eine nie zuvor erreichte
Zahl.  – Dabei ließ sich nicht übersehen
und erschien selbst den Befürwortern der Reform bedenklich,
dass darunter viele Angehörige der Arbeiterschaft waren,
sogar Arbeiter, die, nur
um das Wahlrecht zu erwerben,
freiwillig 100 Mark monatlich versteuerten, obwohl sie

weniger verdienten.
Dieser unerwartete Zustrom von Arbeitern zum Bürgerrecht,
der
große Hafenarbeiterstreik vom Dezember 1896
und der erste hamburgische Wahlerfolg der
SPD verstärkten
in bürgerlichen Kreisen den Eindruck von der gefährlich vordringenden

Arbeiterbewegung.

Im Frühjahr 1901 nämlich wurde mit Otto Stolten der erste Sozialdemokrat
in die Bürgerschaft gewählt.  –  Arbeiter, die das Bürgerrecht erwarben,
wählten deshalb also nicht die bürgerlichen, sondern blieben ihrer Partei
und Weltanschauung treu.  – Vielfach wurde daher gefragt, ob der Zugang
zum Bürger- und Wahlrecht 1896 nicht zu groß
zügig gestaltet worden
und daher eine Revision angebracht sei.
Der Schreck war groß,

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als am 13.2.1904 im allgemeinen Teil der Bürgerschaftswahlen
37,7 % der Wähler sozialdemokratisch stimmten und es der SPD
trotz des geänderten Wahlrechts gelang, weitere 12 Abgeordnete
in die Bürgerschaft zu bringen.
In dieser
Bürgerschaft der Nichtlohn- und Nichtzeitabhängigen
wirkten die 13 Sozialdemokraten als Fremdkörper
und doch konnten sie sich als Repräsentanten
der Bevölkerungsmehrheit fühlen

Seite 47:

Es war also kein Wunder, dass der Kampf gegen die SPD sich weiter verschärfte.
Ein
1907 gegründeter Hamburgischer Verband zur Bekämpfung der Sozialdemokratie unterstützte die alten Fraktionen gegen den Terrorismus der SPD, rief alle patriotisch fühlenden Mitbürger auf, den Kampf gegen die volksfeindliche Sozialdemokratie
zu unterstützen, um den sozialdemokratischen Bann in Hamburg zu brechen.

Ich finde es sehr interessant, dass die Bürger und der Senat
die Sozen als Terroristen bezeichneten.
Sie, die Hanseaten, verabscheuten die Sozen und hatten Angst
vor einer feindlicher Übernehme.

Vor diesem Hintergrund finde ich es absurd,
dass die Medien Olaf Scholz stets als Hanseaten bezeichnen.
Soze und Hanseat sind Gegensätze.
Der Hanseat ist bürgerlich konservativ und war immer auch Patriot.

Wachet auf, ihr Hamburger und säumet nicht,
wieder
gut zu machen, was ihr gefehlt !
Wohl manches Hamburger Herz hat mit mir ängstlich gepocht,
als es das
Wahlresultat zur Bürgerschaft gelesen.
Wachet auf und
säumet nicht.
Wollt ihr es ruhig mit ansehen, dass Leute,
die von allen Enden
des deutschen Reiches hergekommen und ein paar Jährchen bei uns
ansässig sind, die
Stimme in unserer Bürgerschaft erheben ?
Ist es nicht
genug, da§ diese Leute, die meistens nur wenige Mark
zur Steuer beitragen, die Wohlfahrtseinrichtungen
unserer lieben Vaterstadt genießen ?

Wachet auf und säumet nicht. Noch ist es vielleicht Zeit,
das Unheil abzuwenden; ä
ndert die Verfassung wieder,
so schnell als möglich.

Noch ein paar Jahre weiter, und es ist zu spät.
Ihr kennt
den Eifer und die Energie der Sozialdemokratie zur Genüge,
dann werden sie, die sich in Scharen zum Bürger-Eide melden,
viele Eurer Plätze im Rathaus innehaben und
durch ihr Nichterscheinen
bei der Verfassungsänderung
die Beschlußunfähigkeit des Hauses herbeiführen.

Eilet und stehet Mann für Mann für das Wohl unserer Vaterstadt.
Erschwert das Bürger-werden, stellt den „Status quo
ante“ wieder her.
Eine Hamburgerin
Hans Wilhelm Eckardt •
Von der privilegierten Herrschaft zur parlamentarischen Demokratie

Leserbrief, Hamburger Nachrichten vom 17. Februar 1904

Seite 62:

Bereits am Sonntag vor dieser letzten Sitzung der alten Bürgerschaft,
am 16. März
1919,  war es geschehen.
Erstmals in der Geschichte Hamburgs konnten alle erwachsenen
Einwohner
ohne Unterschied des Geschlechts, der Herkunft, des Glaubens, des Besitzes,
des Einkommens und der beruflichen Tätigkeit ihre stadt-staatliche Vertretung wählen. Das erste demokratisch gewählte Parlament Hamburgs trat acht Tage nach der Wahl,
am 24.
März 1919, zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen.

An diesem Tag entfiel erstmals die Verpflichtung Lutheraner zu sein.

Wenn ich die Verflechtungen zwischen SPD, Gewerkschaften und Kirche sehe
und wie brav unsere Politiker zur Kirche gehen, ihre Religiösität zur Schau stellen, gleichzeitig aber kein Problem damit haben, dass unsere Obdachlosen nicht weniger werden, dann hätte ich nahezu jeden anderen Feiertag besser gefunden,
als ausgerechnet den evangelischen Reformationstag.

Luther lieferte die Steilvorlage für die Nationalsozialisten und forderte auf
die Synagogen abzubrennen, jüdische Literatur zu verbrennen,
einschließlich der hebräischen Bibel.
Nun gab es ja schließlich seine Übersetzung.
da braucht es keine Original mehr.

Und diesen Mann feiern sie heute !

Regionaler Reformationstag, Glaube und Politik“
Andacht mit den Pastoren Lundius und Ehlbeck;
danach Vortrag vom Ersten Bürgermeister Peter Tschentscher zu
„Glaube und Politik“
St. Gabriel, Hartzlohplatz 17

Da weiß man dann schon mal, von wem man sich besser distanziert.

Alles über Hamburg:  Reformationstag

Ein interessantes Fundstück:

Katholiken zeigen hier auch die Arroganz Luthers auf
und seine Eigenschaft zu spalten, seine Widersprüchlichkeit
und die Unwissenheit seiner Anhänger, die Neigung der Lutheraner,
Negatives einfach auszublenden.
.                                                            Ricarda

KP:  Und das passt auch hierher. – Es geht um den Glauben:

Gruß aus Hamburg
                        Karl-Peter 

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